Patrick Schmidt ist in Stralsund herzlich aufgenommen worden

Patrick Schmidt ist in Stralsund herzlich aufgenommen worden

Nach dem lockeren 38:14-Saisonauftakt gegen einen in allen Belangen deutlich unterlegenen VfV Spandau wurde der Neuzugang vom Fanclub des Stralsunder HV zum Gruppenfoto gebeten. „Es war ein schönes Gefühl, das erste Mal im SHV-Trikot aufzulaufen. Die Halle war gut gefüllt, die Stimmung war super“, freute sich der einzige Neuzugang des amtierenden Meisters der Oberliga Ostsee-Spree.

Auch auf dem Feld konnte Schmidt direkt seinen Einstand feiern. Er durfte von Beginn an auf dem Feld stehen, bereits nach zwei Minuten gelang ihm sein erstes Tor für den SHV, noch vier weitere sollten folgen. „Bei den Spielzügen bin ich durch die Vorbereitung schon drin und auch die Eingewöhnung fiel mir leicht. Ich wurde gut von der Mannschaft aufgenommen“, so Schmidt, der vom HSV Insel Usedom zum SHV wechselte.

Die Gäste vom VfV Spandau fanden hingegen zu keinem Zeitpunkt ins Spiel. Zum Start wollte VfV-Trainer Steffen Bartelt die Stralsunder mit einer offensiven 3-2-1-Deckung überraschen, das Heimteam hatte aber für alles eine Lösung parat und überrollte die Berliner mit starken Einzelaktionen und schnellem Passspiel. „Wir wollten bestmöglich abschneiden, aber wenn man so abgeschlachtet wird, hat man sein Ziel weit verfehlt“, musste Bartelt nach Spielschluss einsehen und fügte an: „Wir mussten mit A-Jugendlichen und Zweite-Männer-Spielern auffüllen, aber wir hätten auch in voller Teamstärke nicht mitgehalten. Zusätzlich hatten einige meiner Spieler Probleme, mit Kleber zu spielen. Der Stralsunder Sieg war auch in der Höhe verdient.“

Mit dem Tempospiel, mit dem die Mannschaft von SHV-Trainer Steffen Fischer schon in der Vorsaison die Liga dominierte, zogen die Hausherren bis zur Halbzeit auf 20:9 davon. „Heute waren die Rollen schon vor dem Spiel klar verteilt. Wir haben es gut gemacht“, fasste Fischer die über 60 Minuten einseitige Partie zusammen.

Besonders stark präsentierte sich die Abwehr des SHV in der zweiten Halbzeit. Nach acht Minuten kassierte Torhüter Tobias Malitz das erste Gegentor, insgesamt waren es nur fünf in der zweiten Hälfte. In den letzten zehn Minuten kam Philipp Groth in die Partie. Dem zweiten Mann im Torhüter-Duo gelang fast der perfekte Einstand: Bis kurz vor dem Ende blieb er ohne Gegentor, bis ein Siebenmeter doch noch an ihm vorbei im Netz landete. „Er hat sich den Platz in der ersten Mannschaft verdient und seinen Part heute gut gemacht. Seine Quote lag bei 80 Prozent“, lobte Fischer den aus der zweiten Mannschaft aufgerückten Torhüter.

Durch die starke Abwehrleistung kamen die Gastgeber immer wieder zu einfachen Toren aus dem Tempogegenstoß. Benjamin Hinz, Torschützenkönig der Vorsaison, zeigte sich zum Saisonauftakt erneut in Torlaune und war mit elf Toren der erfolgreichste Werfer des Tages. „Allzweckwaffe“ Kay Landwehrs, Rechtsaußen Johannes Trupp und Neuzugang Patrick Schmidt kamen auf fünf Treffer.

Schmidt durfte sich zusätzlich über die mannschaftsinterne Auszeichnung zum Spieler des Tages freuen. „,Podrick’  Schmidt ist gleich eingeschlagen. Was heißt eingeschlagen – er hat’s gut gemacht. Er war unser Wunschspieler, hat mit 1,95 Metern gute Maße für einen Rückraumspieler. Schau’n wir mal, was wir aus ihm rausholen können“, wiegelte Trainer Fischer ab.

Neben dem Spitznamen „Podrick“, den er als jüngster Spieler einem Kammerdiener aus der Serie Game of Thrones zu verdanken hat, erhielt Schmidt noch das „Kampfschwein“. Ein etwas hässliches Plüschschwein namens Korsika, das Trainer Fischer aus dem Italien-Urlaub mitgebracht hat. „Es wird dem Man-of-the-Match übergeben. Damit wollte ich einen neuen mentalen Anreiz schaffen“, erklärte der Übungsleiter.

Der deutliche 38:14-Sieg beförderte den SHV direkt wieder an die Spitze der Tabelle in der Oberliga Ostsee-Spree. Einen Schluss für den Saisonverlauf möchte Schmidt daraus aber noch nicht ziehen: „Es ist schwierig, aus so einem Spiel etwas abzuleiten. Wir kommen alle direkt aus der Vorbereitung und müssen drei oder vier Spiele abwarten, bis man etwas absehen kann. Es werden auch noch deutlich schwerere Gegner kommen, gegen die die Spiele spannender werden. Aber ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind.“ Hinter dem SHV haben sich der Lokalrivale HSV Insel Usedom und der Lausitzer HC Cottbus in der Tabelle eingereiht. Dem LHC gelang ein 35:33-Auftaktsieg bei der SG Uni Greifswald/Loitz.

Ostsee-Zeitung GmbH

Niklas Kunkel

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