Das Knie hält: Ole Prüter ist zurück

Das Knie hält: Ole Prüter ist zurück

Der Kreisläufer des Stralsunder HV stand nach seinem Kreuzbandriss und neun Monaten Pause gegen den HSV Insel Usedom wieder auf dem Feld.

Als Ole Prüter gleich in den Anfangsminuten des Oberliga-Krachers gegen den HSV Insel Usedom in der Abwehr auf das Feld kam, konnte man glauben, er sei nie weggewesen. In einer seiner ersten Aktionen packte der Kreisläufer des Stralsunder HV kräftig zu und hinderte den Gegenspieler am Wurf. Dafür gab es von den Schiedsrichtern die gelbe Karte und von den über 1000 Zuschauern auf den Rängen viel Applaus.

Über die gesamte Spielzeit entlastete der 23-Jährige den bisher einzigen Kreisläufer Jakub Vanek vor allem in der Defensive. Zum Abschluss gelang ihm noch sein erstes Saisontor zum 32:29-Endstand. Damit machte er sich selber ein verspätetes Geschenk zu seinem Geburtstag drei Tage zuvor. Im Interview mit der OSTSEE-ZEITUNG spricht der  Rostocker über seine Verletzung und den langen Weg zurück auf das Handballfeld.

Herr Prüter, wie haben Sie sich die Verletzung am Knie zugezogen?

Ole Prüter: Wir haben im Training Basketball gespielt. Bei einer Bewegung ist mir das Knie weggeknickt und mir war relativ schnell klar, dass das Kreuzband durch ist.

Wie war das Gefühl, wieder auf dem Feld zu stehen und dann gleich in so einem wichtigen Spiel?

Man fiebert neun Monate auf diesen Moment hin und freut sich darauf. Dann kann man sich natürlich kein schöneres Spiel wünschen, als gleich vor voller Halle im Derby auf dem Platz zu stehen.

In der Vorsaison warfen Sie in der Schlusssekunde das entscheidende Tor gegen den HSV. Auch diesmal markierten Sie den letzten Treffer, auch wenn er nicht spielentscheidend war. Trotzdem ein wichtiger Moment für Sie?

Der erste besondere Moment war  einfach wieder auf das Feld zu gehen. Dann nach so langer Zeit gleich wieder ein Tor zu werfen und somit wirklich komplett zurück zu sein, ist ein super Gefühl.

 Es war bereits Ihr zweiter Kreuzbandriss. War Ihnen noch mulmig, als Sie auf die Platte gingen?

Nein, sonst hätte ich das nicht gemacht. Es ist alles in enger Absprache mit meiner Ärztin und meinem Trainer Steffen Fischer passiert. Wenn der Kopf nicht frei ist, kann sowas sonst ganz schnell wieder passieren. Ich trainiere schon seit etwa einem Monat wieder mit in der Abwehr und war mir sicher, dass ich wieder spielen kann, ohne über die Verletzung nachzudenken.

 Sie konnten in der Aufstiegsrelegation vergangene Saison nur zuschauen. Was denkt man als Sportler in der Zuschauerposition?

Das ist ein beschissenes Gefühl. Man will der Mannschaft einfach nur helfen, sitzt aber selbst hilflos an der Seite und kann die ganze Zeit nichts machen.

 Wie ist die Zeit bis zur Rückkehr  verlaufen?

Ich habe mich am 21. Februar verletzt. Einen Monat später wurde ich operiert und konnte dann relativ schnell wieder gehen. Aber wirklich nur gehen. Dann ging es in die Physiotherapie und es war schon ein Erfolg, sobald ich das erste Mal wieder laufen konnte.

 Wie haben Sie die Zeit verbracht, in der Sie nicht trainieren konnten?

Den ersten Monat macht PlayStation spielen noch Spaß. Dann habe ich einfach viel Sport im Fernsehen geguckt und dachte nur: „Das willst du auch wieder machen“.

 Wie war der Kontakt zur Mannschaft in der Zeit?

Ich bin zu allen Heimspielen gefahren und habe zugeguckt. Unter der Woche hatte ich natürlich Kontakt, ich konnte aber nicht bei der Mannschaft sein. Das wäre zu anstrengend für mein Knie gewesen.

 Was sind Ihre persönlichen Ziele für die laufende Saison?

Das Wichtigste ist, verletzungsfrei zu bleiben. Das steht klar an erster Stelle. Mit der Mannschaft haben wir ein eindeutiges Ziel vor Augen und das heißt, dass wir endlich wieder Drittliga-Handball in Stralsund spielen wollen. Dafür werde ich alles geben.

 Bei den Fans ist die Stimmung nach dem Derbysieg auf dem absoluten Höhepunkt. Wie sieht das innerhalb der Mannschaft aus?

Die Stimmung ist natürlich sehr gut. Vor dem Spiel waren wir angespannt, das hat man gemerkt. Es ist aber jedem klar, dass die Saison noch sehr lang ist. Der Sieg war nur ein kleiner Teil einer ganzen Saison, die noch sehr lang ist. Uns stehen noch schwere Spiele bevor und auf die müssen wir uns konzentrieren.

Ostsee-Zeitung

Niklas Kunkel

#zusammeneinziel