Oberligist verspielt gegen die SG Uni Greifswald/Loitz zwei Mal einen deutlichen Vorsprung.

Oberligist verspielt gegen die SG Uni Greifswald/Loitz zwei Mal einen deutlichen Vorsprung.

Team soll bei Aufstieg zusammen bleiben.

Loitz. Nach 60 packenden Derbyminuten standen die Handballer der SG Uni Greifswald/Loitz mit leeren Händen in der ausverkauften Peenetalhalle. Trotz einer guten Partie konnten sie ihren Coup gegen den Stralsunder HV aus der Vorsaison nicht wiederholen – Die Stralsunder gewannen 29:24. Dabei war die Partie lange span-nend, Mitte der zweiten Halbzeit ging die SG sogar kurzzeitig in Führung, doch am Ende reichten zwei starke Phasen des Meisters aus Stralsund, um das Spiel sicher nach Hause zu bringen. SHV-Trainer Steffen Fischer war trotz der zwischenzeitlichen Wackler zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. „Wir haben heute ein anderes Gesicht gezeigt, als in den Spielen zu-vor. Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben.“ Auch SG-Spielmacher Johannes Prothmann war trotz der Niederlage zufrieden: „Am Ende haben wir mit fünf Toren verloren aber es war trotzdem ein schönes Spiel. Es war sehr lange spannend und am Ende hat Stralsund verdient gewonnen.“

Anfangsoffensive nicht zu stoppen

Das SHV-Gesicht mit mehr Elan und Kampf überforderte die Gastgeber zu Spielbeginn. Nach gut fünf Mi-nuten führten die Gäste mit 5:0, brachten sich dann durch Zeitstrafen und eine doppelte Unterzahlsituation selber aus dem Spiel. Dadurch kamen auch die Peene-Handballer zu ihrem ersten Treffer. Zuvor hatte der starke Tobias Malitz zwischen den Pfosten der Stralsunder seinen Kasten vernagelt. „Schade, dass wir das nicht durchkriegen. Aber in jedem Spiel gibt es schwächere Phasen und uns war klar, dass Kampf und Leiden-schaft in so einem Derby entscheidend sein werden“, ärgerte sich Fischer über die ersten Fehler seiner Mannschaft.

SG kämpft sich wieder ran

Ganz anders zeigte sich plötzlich die Spielgemeinschaft, die den Abstand immer weiter verkürzen konnte. Nach 20 Minuten war das Spiel mit dem 11:11 durch Marc-Christoph Hagemeier wieder ausgeglichen. „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Am Anfang waren wir zwar schlecht, aber wir haben uns davon nicht unterkriegen lassen und das Spiel schnell wieder unter Kontrolle gebracht“, lobte SG-Trainer Raki Marangko seine Sieben. Mit einer hauchdünnen 16:15-Führung für die Stralsunder ging es in die Kabinen.

Chaotischer Wiederbeginn

Die Pause schien beiden Mannschaften zunächst nicht gut getan zu haben. In den ersten zehn Minuten fielen gerade einmal fünf Tore. Die SG hatte dabei immer wieder die Chance erstmals in Führung zu gehen, doch für den Schritt fehlte trotz der couragierten Leistung lange der letzte Wille. Als die Hausherren mit dem 19:18 durch Lazlo Mitrik endlich den Schritt am Gegner vorbei schafften, schien ihnen das nicht gut zu tun – es sollte die einzige Führung bleiben. „Als wir kurz in Führung waren, war das schon ein emotionaler Moment. Trotzdem war mir klar, dass noch eine Viertelstunde zu spielen ist – und da kann viel passieren. Und am Ende haben wir dann ja verpasst, dran zu bleiben“, ärgerte sich der Loitzer Torhüter Michael Borchardt über die verpasste Überraschung. Denn plötzlich spielte der SHV wieder mit dem Einsatz und der Leidenschaft der Anfangsphase. Binnen fünf Minuten drehten sie das Spiel wieder in ihre Richtung und hängten die Loitzer mit 23:19 ab.

Die Trainer fiebern mit

Aber wie bereits nach der ersten dominanten Phase ließ der Meister die Gastgeber wieder zurück ins Spiel kommen. Als sie nur noch ein Tor Rückstand hatten, kochten die Emotionen auch auf den Bänken immer weiter hoch. Fischer versuchte seine Defensive mit lauten Rufen und wilden Gesten aufmerksam zu halten:„Man versucht sich immer zu reflektieren, sonst wirke ich vielleicht stoischer. Ich wollte, dass die Mannschaft die Energie weiter auf das Parkett bringt.“ Das klappte und so konnte Fischer die letzten Minuten wieder etwas herunterfahren. Dafür kam jetzt SG-Trainer Raki Marangko auf Touren. Er wollte sich fünf Minuten vor dem Ende noch nicht mit der Niederlage abfinden, doch all seine Bemühungen halfen nicht. Die Stralsunder zeigte keine weitere Schwäche und gewannen souverän mit 29:25. Stralsund hat sehr sehr gut gespielt. Wann immer wir einen Fehler gemach haben, wussten sie de auszunutzen. Und weil Stralsund so gut ist, kann ich meinem Team schlecht die Schuld an der Niederlage geben“, konstatierte ein fairer Marangko.

Mannschaft bleibt bei Aufstieg bestehen

Damit ist einer der letzten Stolpersteine auf dem Weg zur Meisterschaft aus dem Weg geräumt. „Es sind noch ein paar schwere Spiele, aber ich bin zuversichtlich, dass wir die Aufgaben bis zum Ende der Saison lösen werden“, ist Fischer optimistisch. Selbst wenn er die Meisterschaft mit seinem Team verpassen sollte, ist durch den Aufstiegsverzicht des HSV Insel Usedom der Gang in Liga drei bereits beschlossene Sache. Bei den Planungen für die kommende Saison lässt sich Fischer aber nicht in die Karten gucken: „Wir haben bereits einen neuen Spieler fest. Ich verrate aber nicht, wer das ist. Ich kann aber verraten, dass wir nicht die Hälfte der Mannschaft austauschen werden. Mit den Jungs, mit denen wir aufsteigen, will ich auch in der 3. Liga auf Torejagd gehen.“

Statistik

SG Uni/Loitz: Weier, Borchardt – Kusterer, Kminikowski 1, Schramm 2, Stefanicki 2, Fink 2, Wolski 3, Prothmann 1, Lemcke, Mitrik 3, Hagemeier 5, Gmerek 5.

SHV: Malitz, Groth – Schmidt 4, Klein, Tippelt 7/6, Brandt 1, Vanek 6, Hinz 4, Obst 3, Zemlin 3, Trupp 1, Ehlers.

Siebenmeter: SG 2/3, SHV 6/7.

Strafminuten: SG 10, SHV 8.Rote Karte: Hagemeier (60.).

Zuschauer: 600 (Ausverkauft).

Ostseezeitung

Niklas Kunkel

Bildquelle: André Gschweng (Farbspielfotografie)

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