Handball-Drittligisten rechnen mit längerer Pause

Handball-Drittligisten rechnen mit längerer Pause

Wann geht es weiter? Mit dieser Frage beschäftigen sich der Deutsche Handballbund (DHB) sowie die Drittliga- und A-Jugend-Bundesliga-Klubs in den kommenden Tagen. Drei Videokonferenzen sind angesetzt. Am Dienstag wird zunächst mit den insgesamt 56 Nachwuchsteams (40 männliche und 16 weibliche) beraten. Es folgt die Tagung mit den 72 Männer-Drittligisten, zu denen auch der HC Empor Rostock, der Stralsunder HV und die Mecklenburger Stiere gehören. 24 Stunden später stehen die Gespräche mit dem Rostocker HC und den weiteren 58 Teams an. Als sicher gilt: Die bislang bis Ende Januar befristete Pause muss verlängert werden.

Tobias Woitendorf (45) geht davon aus, dass der Re-Start auf Grund der hohen Fallzahlen kaum vor März erfolgen kann. Die verbleibende Zeit bis zur Sommerpause würde reichen, „um die Hinserie sowie eine minimale und plausible Auf- und Abstiegrunde zu spielen“, meint Woitendorf. „Aber die Pandemie-Lage kann sich natürlich jederzeit ändern. Und Gesundheit geht vor.“

Die benachbarten Ligakonkurrenten sehen es ähnlich. „Die Pause wird sicherlich noch einmal verlängert. Es müssen ja auch alle Mannschaften die Möglichkeit haben, noch einmal eine Vorbereitung zu machen“, erklärte Markus Dau (38), Geschäftsführer des Stralsunder HV. Norbert Henke (64), Trainer und Sportlicher Leiter der Stiere, hält es schlichtweg für „illusorisch“, dass die Saison wie ursprünglich geplant am 7. Februar fortgesetzt wird: „Es gibt ja auch Mannschaften, die überhaupt nicht trainieren können, weil deren Hallen geschlossen sind.“

Der DHB hatte den Vereinen am 10. November verschiedene Szenarien für eine verkürzte Saison präsentiert. Ziel sei es, die Hinrunde zu Ende zu spielen.

Besonders eng ist es in den vier Männer-Staffeln. Der Nord-Osten mit Empor, dem SHV und den Stieren ist mit jeweils zwölf offenen Partien noch am besten aufgestellt. In der Staffel Mitte ist das Bild deutlich verzerrter. Tabellenführer HG Saarlouis hat fünf Spiele bestritten, der Leichlinger TV, die HSG Bieberau-Modau und TuS 1882 Opladen mussten direkt nach ihrer ersten Begegnung die Handballsachen wieder einpacken. Sechs weitere Mannschaften standen nur jeweils zwei Mal auf dem Parkett.

Der Trainingsbetrieb ist in vielen Teilen Deutschlands höchstens eingeschränkt möglich. Da eine einheitliche Entscheidung für alle erwartet wird, sind Nordteams auch davon abhängig, wie sich die Situation in den anderen Staffeln darstellt.

Empor steigt am Montag wieder ins Training ein. Der Spitzenreiter startet mit Corona-Tests ins neue Jahr, die regelmäßig stattfinden sollen. „Wir orientieren uns am Konzept der Bundesliga und werden alle fünf Tage testen“, kündigt der neue Geschäftsführer Stefan Güter an.

Die Stiere und der SHV, dem vor der Corona-Pause der erste Saisonsieg gelang, sind schon seit einer Woche wieder im Mannschaftstraining. „Die Jungs sind einfach froh, dass sie sich überhaupt bewegen können und trainieren dürfen“, sagt Dau.

Auch die Damen des Rostocker HC sind seit vergangener Woche wieder am Ball. Für das Team von Trainerin Ute Lemmel, das nach drei Partien 4:2 Punkte auf dem Konto hat, stehen noch acht Hinrunden-Spiele an.

„Wir gehen nicht davon aus, dass es vor Ende März weitergeht und hoffen, dass die Hinrunde regulär zu Ende gespielt werden kann. Danach lassen wir uns überraschen, welche Variante bevorzugt wird“, erklärte Klubchef Olaf Meyer.

Ostsee-Zeitung

Niklas Kunkel

Foto: bilderhorizonte.de

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