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Gemeinsam durch Höhen und Tiefen – Das war die Saison der mJA

Es fällt uns allen immer noch sehr schwer. Die Saison dauerte ganze 188 Tage, umfasste 18 Spiele, 1080 Spielminuten, mehr als 1000 Zuschauer (insgesamt in allen Heimspielen) in der eigenen Halle, viele intensive Trainingseinheiten und vor allem viele Streckenkilometer. Für unsere Spiele waren wir diese Saison 4100 Kilometer unterwegs. Wir hätten also auch einmal bis zum Nordpol fahren können, stattdessen sind wir zu unseren Auswärtsspielen unterwegs gewesen. Das sind alles so Hohe und viele Zahlen. Aber eine Sache ist immer gleich und bei der Zahl 1 geblieben. Wir. Wir sind ein Team, nein, wahrscheinlich sind wir mehr als das. Wir haben eindrucksvoll bewiesen, was wir erreichen können, haben begeistert und sind Stück für Stück näher zusammengerückt.

Aber fangen wir von vorne an. Noch in der letzten Saison war vielen von uns ganz angst und bange, dass wir in dieser Liga uns blamieren würden, den Spaß am Handball verlieren, weil wir so sehr untergehen werden. Manche waren sich sogar sicher, dass man nicht man die Qualifikation schaffen würde. Von diesem Punkt an ist alles wie eine Geschichte. Zwar gibt es in der Quali einige Stolpersteine, aber gemeinsam mit dem heimischen Publikum im Rücken wird auch diese Hürde gemeistert.

Eine gute Saisonvorbereitung gibt dann den Ausschlag dafür, dass sich ein paar wenige Neuzugänge entfalten und aufblühen. Zum Beispiel unsere #44 Tom Hackenbeck, der sich innerhalb kürzester Zeit perfekt in die Mannschaft integriert hat und schon einige gute Spiele zeigte. Oder unsere neue #23 Michael Kusnezow, der erst seit kurzem in unserer Mannschaft mitwirkt, sich aber ebenfalls stark integriert hat.

Der erste Spieltag war wie eine kleine Wundertüte. Am 10.09.2023 wurde sich der Rucksack aufgesetzt, vollgepackt mit Erwartungen, Ängsten und Gedanken. Der Weg führte nach Wildau. Wo das ist? Wussten wir bis dahin auch nicht. Aber nach diesem Tag weiß es wohl jeder, zumindest aus unserer Mannschaft. Mit Anpfiff wurde alles vergessen und mit Leidenschaft Handball gespielt. Schnell merken alle, dass mit dieser Mannschaft irgendwas passiert ist. Wir gewinnen 38:32 in Wildau. Das Märchen schien zu beginnen. Das Ziel, was viele für lächerlich hielten, wurde bereits im ersten Spiel erreicht. Wir gehören in diese Liga. Wenig später folgt das nächste Ausrufezeichen. Wir verlieren bei unserer Heim-Premiere gegen den am Ende Zweitplatzierten mit 39:40.

Was haben wir dieses Jahr für krasse Sachen erlebt? Wir gewinnen an einem Mittwochabend mitten in der Woche vor 150 Zuschauern gegen den Tabellendritten aus Cottbus, gewinnen das Auswärtsderby in Ribnitz und liefern mit 7 Feldspielern gegen Hermsdorf-Waidmannslust eine Glanzleistung ab. Das alles sind Erlebnisse, die uns auch weit über die Saison hinaus prägen werden.

Sicherlich lief auch vieles schief. Das darf es aber auch. Wer von uns erwartet hat, dass wir in der Premierensaison ein spielerisches Feuerwerk in jedem Spiel auf der Platte präsentieren, der hat wahrscheinlich nicht realistisch gedacht. Die gesamte Saison ist ein Lernprozess, der sich aber gewaltig entwickelt hat. Es ist doch völlig normal, dass die Abwehr zunächst der neuen Aufgabe nicht gewachsen ist, wenn sie zum ersten Mal seit Jahren wirklich gefordert ist. Die Gegner sind viel dynamischer, viel flexibler, druckvoller, körperlicher und es läuft eben nicht alles über einen Shootingstar. An diese Neuerung mussten wir uns gewöhnen, daher kommen die teils absurden Gegentorzahlen. Am Ende der Saison stellen wir aber mit 590 geworfenen Toren den viertbesten Angriff der Liga, das ist sehr sehr gut. Wer die Spiele verfolgt hat, der sah auch, dass wir mit Abstand eines der besten Torhüter-Duos der Liga gestellt haben.

Wo wir aber definitiv ganz oben stehen, zeigt sich neben dem Spielfeld. Was für viele von uns nicht begreifbar ist, ist wie viele Zuschauer bei jedem Heimspiel dabei waren. Bei jedem Spiel mindestens 100 Zuschauer, das hat unser Verein in der Jugend auch lange nicht so erlebt. Wir sprachen immer davon, dass ihr uns getragen habt. Ihr habt uns geholfen, Niederlagen zu verarbeiten, habt uns aber auch zu Heimsiegen geklatscht und geschrien. Welch eine Tragweite und eine Prägung eure lautstarke Unterstützung für uns Alle hatte, merkt man erst, wenn es jetzt für viele Monate leise in unserer Halle wird. Wir sind euch unfassbar dankbar, für all die Gänsehaut, die Unterstützung, die Emotionen und einfach alles, was ihr uns gegeben habt. Da reicht ein DANKE nicht aus. Auch für das Trainerteam reicht dies eigentlich nicht, trotzdem tun wir es. Danke Maik und Martin, dass wir dies mit euch erleben durften und ihr zu jeder Zeit hinter uns standet.
Nun ist aber alles vorbei. Nichts in dieser Spielzeit war umsonst, auch wenn es am Ende nicht zum direkten Klassenerhalt gereicht hat. Aber allein, dass uns dies am letzten Spieltag in Berlin noch in eigener Hand liegt, ist eine unfassbare Leistung des Teams und zeigt, was wir leisten können. Wir haben es nicht nur uns bewiesen, dass wir es können. Wir haben gezeigt, wer wir sind und dass wir genau dort hingehören.
Am Ende der Saison ist es aber auch an der Zeit Veränderungen vorzunehmen. Was genau alles anders wird, werdet ihr dann zur neuen Saison erleben. Dazu gehören auch Verabschiedungen. Max, Ben und Timothy haben gemeinsam mit uns ihre letzte Saison im Jugendbereich bestritten und werden von nun an im Erwachsenenbereich spielen. Für eure weitere Karriere wollen wir euch von ganzem Herzen viel Glück wünschen und uns für alles bedanken, was ihr in unsere Mannschaft gebracht habt.
Nun werden wir die Saison ausklingen lassen und schon am Donnerstag zu einem Turnier nach Dänemark fahren. Alle Informationen zur neuen Saison erhaltet ihr dann, wenn wir alles verarbeitet haben und neue Energie getankt haben. Wir freuen uns jetzt schon auf den Moment, wo wir wieder vor euch und einer vollen Halle spielen dürfen.
Bis dahin!
Eure mJA

#zusammenfürstralsund
Text & Bild: Ole Höppner