12 von 14 – SHV-Torhüterinnen parieren mit Wahnsinnsquote

12 von 14 – SHV-Torhüterinnen parieren mit Wahnsinnsquote

Sabrina Seck und Monika Albert bringen Stavenhagener Handballerinnen bei 28:17-Sieg vom Siebenmeterpunkt zur Verzweiflung

Stralsund. So etwas haben die Torhüterinnen des Stralsunder HV wohl noch nicht erlebt: Beim 28:17Erfolg ihrer Handballerinnen im Landesliga-Duell gegen den Stavenhagener SV hielten Monika Albert und Sabrina Seck zwölf von 14 Siebenmetern – eine schier unglaubliche Bilanz! Damit sorgten die beiden Torfrauen in einem einzigen Spiel dafür, dass die Siebenmeterquote des SSV von 64,3 auf den schlechtesten Wert der Liga von 56,3 Prozent sank. Die rote Laterne in dieser Statistik hielt zuvor ironischerweise der SHV selbst (61,7), der sich diesmal in Person von Nele Fischer treffsicherer zeigte (4/5). „Das ist manchmal einfach ein Gefühl, manchmal sieht man es an der Wurfhaltung“, beschrieb Seck die starke Erfolgsquote am Sonntag. Was gegen den Stavenhagener SV häufiger den Ausschlag gab, vermochte die 23-Jährige, die acht von neun Strafwürfen parierte, nicht zu sagen. Nur war sie sich am Ende lachend sicher: „Vom Gefühl her hatten sie dann mehr Angst vor mir als umgekehrt.“ Leidtragende war Gegnerin Johanna Liebich (87 Saisontore), die eigentlich Toptorjägerin Julia Roth (95) in der Schützenliste der Liga Konkurenz macht, aber in Stralsund sechsmal vom Siebenmeterpunkt antrat und fünfmal scheiterte. Ihren vier Stellvertreterinnen, die sich ebenfalls versuchten, erging es nicht besser. Den SHV-Anhang hat es gefreut. Trainer Andreas Boehk verharrte nach jeder Parade sekundenlang mit zwei hochgerissenen Armen in Jubelpose. Er hatte vor dem Duell die Wichtigkeit des 13. Spieltags hervorgehoben: „Es geht um Platz drei in der Liga.“ Vor Anpfiff trennten den SHV (3.) und den SSV (4., ein Spiel mehr) zwei Punkte. Zudem ging das Hinspiel deutlich an die Reuterstädterinnen (31:23). Boehk hatte bereits gesagt, es sei schwierig, so eine Niederlage im weiteren Saisonverlauf auszumerzen, wenn man ganz oben angreifen will. Drei Spiele vor Staffelschluss haben die „First Ladies“ des SHV zumindest eine gelungene Revanche gefeiert. Das Spiel begann ausgeglichen, kein Team konnte sich absetzen, so dass die Führungen wechselten. Hektisch waren vor allem die Gäste. Sämtliche Zeitstrafen gegen den SSV wurden in der ersten Hälfte ausgesprochen, inklusive gegen Trainer Torsten Richter, der nicht nur die Schiedsrichterentscheidungen vehement kommentierte, sondern auch seine Spielerinnen zusammenstauchte, wenn die Abwehr zu löchrig agierte. „In der ersten Halbzeit waren wir vorn verkrampft“, kommentierte Boehk die Leistung seiner Sechs. Das änderte sich schlagartig mit dem Seitenwechsel. Schon nach wenigen Minuten kamen die SHVFrauen zurück aus der Kabine, der Matchplan schien klar und funktionierte dann beeindruckend gut. 13 Minuten lang hielten die Gastgeberinnen ihren Kasten sauber, darunter entschärfte Seck zwei Strafwürfe, zweimal rettete das Aluminium. Und vorn lief es wie am Schnürchen: Mit einem 9:0-Lauf seit Wiederanpfiff war der SHV plötzlich auf und davon (19:10/43.). „Die Abwehr stand Bombe“, lobte Torfrau Seck. „Denen ist nichts gegen unsere 6-0-Abwehr eingefallen“, meinte Boehk. „Das war letztlich eine Kraftfrage, denke ich.“ So fiel die Vorentscheidung um den Bronzerang in der Oststaffel der Landesliga deutlich aus. Stavenhagen müsste seine letzten beiden Spiele gewinnen und 37 Tore aufholen, gleichzeitig dürfte der SHV nicht mehr punkten, damit die Medaille doch noch an den SSV geht. Erst in drei Wochen gibt es völlige Gewissheit. Dann geht der Liga-Alltag in die Schlussphase. Zuvor empfängt der SHV die Reserve des Rostocker HC zum Pokalviertelfinale am 22. Februar.

Statistik
SHV: Seck, Albert, Kadow – Reumuth 6, Gdeczyk, Neffgen 3, Teichmann, Roth 6, Hannawald, Sprycha 3, Fischer 5/4, Hamann 2, Wagner 1, Broszeit 1. SSV: Siegel, Stahlberg – Liebich 4/1, Rabe 1, Schischke, Denke, Kaack 3, Jonassen, Röske, Engfer 5, Seide 4/1, Hartmann, Sandberg. Siebenmeter: SHV 5/4, SSV 14/2. Strafminuten: SHV 8, SSV 8.

Horst Schreiber

Ostsee-Zeitung

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