„Fluch und Segen“ – Maximilian Mißling trifft auf Ex-Kollegen

„Fluch und Segen“ – Maximilian Mißling trifft auf Ex-Kollegen

Der Rückraumspieler will mit Stralsunder HV gegen die HSG Ostsee den ersten Drittliga-Erfolg der Saison landen. Dazu muss er seine ehemaligen Teamkollegen aus Schleswig-Holstein besiegen.

Stralsund. Am ersten Spieltag der dritten Handballliga traf Maximilian Mißling auf seinen Ex-Verein Eintracht Hildesheim. Am Sonnabend, dem zweiten Heimspiel der Saison, gibt es für den Linkshänder des Stralsunder HV das nächste Wiedersehen mit ehemaligen Mitstreitern. Der SHV, bei dem Mißling seit wenigen Monaten den rechten Rückraum beackert, empfängt die HSG Ostsee, bei der der 22-Jährige noch Anfang des Jahres aktiv war. Anwurf ist 19.30 Uhr.

Der Handballer wohnt aufgrund der kürzeren Entfernung zur Familie (Malente) und Freundin (Lüneburg) in Rostock und studiert Wirtschaftswissenschaften an der Fernuni Hagen. Im kommenden Jahr, so hofft er, soll die Bachelorarbeit angefangen werden. Doch vorher will Mißling mit dem SHV den Klassenverbleib eingetütet haben, auch mit einem Heimsieg gegen die alten Teamkollegen.

Herr Mißling, wie werden Sie gerufen: Maximilian, Maxi, Max oder hat Ihnen das Team schon einen anderen Spitznamen verpasst?

Einfach Max. Je älter ich wurde, desto kürzer wurde der Rufname.

2017 haben Sie in einem Interview angegeben, dass Sie am liebsten Leitungswasser trinken und man unbedingt die Harry-Potter-Filme gesehen haben muss. Hat sich daran mittlerweile etwas geändert?

Durch das Studentenleben bin ich zum Kaffee-Trinker geworden. Und Harry Potter ist zwar ein bisschen aus der Mode, aber immer noch gut.

In Ihrem Studium haben Sie den Schwerpunkt auf Wirtschaftsmathematik gelegt. Sind Sie ein Zahlen-Könner?

(lacht). Bis zur Oberstufe überhaupt nicht. Dann hat das Interesse begonnen.

Sie wohnen in Rostock und spielen in Stralsund – welche Stadt ist schöner?

Ich bin von Rostock als Stadt positiv überrascht. Ich mag das Hansestadt-Feeling. Da nehmen sich beide Orte nichts.

Der SHV ist Ihre fünfte Station im Männer-Bereich. Welche Zeit war für Sie die prägendste bisher?

Sicherlich habe ich handballerisch die größte Entwicklung während der zwei Jahre bei den Füchsen Berlin gemacht. Das hat mich auch menschlich vorangebracht. Damals bin ich mit 19 vom Dorf ausgezogen in die Großstadt.

Warum haben Sie sich im Sommer für den SHV entschieden?

Der Kontakt kam durch Jon Ehlers zustande. Die Perspektiven, die mir Markus (Dau, Geschäftsführer/Red.) und Steffen (Fischer, Trainer/Red.) aufgezeigt haben, waren sehr interessant. Auch wenn Stralsund Aufsteiger ist, machen der Club und die Halle für Drittligaverhältnisse was her.

Sie sind mit dem SHV mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet. Was hat zum Punktgewinn gefehlt?

Gegen Staffelfavorit Hildesheim hat sicher keiner erwartet, dass wir punkten. In dem Spiel haben wir es gut gemacht. Am Ende entschieden Kleinigkeiten wie Konzentration im Abschluss. Wir haben zu viele Chancen liegengelassen. Gegen Braunschweig haben wir uns selbst geschlagen. Dort haben wir – auch ich – Angriffe nicht gut zu Ende gespielt. Wir haben unsere Schlüsse gezogen!

Ist ein Sieg gegen die HSG Ostsee jetzt Pflicht?

Als Aufsteiger von Pflichtsiegen zu reden, ist schwierig. Wir sollten zusehen, dass wir gegen Mitaufsteiger und Kellerteams aus dem Vorjahr punkten. Das ist natürlich schwer, weil diese Mannschaften gegen uns ja auch unbedingt punkten wollen. Aber wir wollen am Sonnabend unbedingt die zwei Punkte in Stralsund lassen.

Hat Sie Steffen Fischer schon nach Insider-Informationen über die HSG gefragt?

Nein, hat er nicht. Er bereitet sich immer gewissenhaft auf die Gegner vor. Ihm entgeht nichts.

Gab es schon kumpelhafte Sticheleien per SMS an und von den alten Kollegen aus Schleswig-Holstein?

Nachrichten gab’s noch nicht. Aber vor und nach dem Spiel wird es sicher den einen oder anderen Schnack geben – je nachdem, wie die Stimmung ist.

Ist es für Sie von Vorteil, gegen Abwehrspieler zu spielen, die Sie vom gemeinsamen Training und Spiel kennen?

Das ist Fluch und Segen zugleich, weil sie mich ja genauso kennen. Die Frage ist: Wer macht’s besser? Wir spielen in Stralsund anders und ich werde anders eingebaut. Die HSG hat einen neuen Trainer mit neuer Philosophie. Sicher wird der ein oder andere versuchen, meine Bewegungen zu erahnen. Das wird spannend!

Wie endet das Spiel?

Hm, schwer zu sagen. Es wird ein heißes Spiel, das bis zum Ende knapp bleibt. Aber wir holen uns die beiden Punkte.

Ostsee-Zeitung

Niklas Kunkel

#zusammeneinziel